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Spuren der Urgeschichte

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Spuren der Urgeschichte

Die Stätte des Pont du Gard ist weltweit für ihren römischen Aquädukt berühmt. Tatsächlich hütet die Stätte jedoch ein sehr viel älteres Geheimnis. Archäologische Ausgrabungen offenbaren uns einen Einblick in die sehr viel weiter zurückliegende Vergangenheit - bis zurück zu den Urmenschen.

Prähistorische Wurzeln

Baume LatroneBaume Latrone (Pont du Gard)

Die Stätte des Pont du Gard ist weltweit für ihren römischen Aquädukt berühmt. Tatsächlich hütet die Stätte jedoch ein sehr viel älteres Geheimnis. Archäologische Ausgrabungen offenbaren uns einen Einblick in die sehr viel weiter zurückliegende Vergangenheit - bis zurück zu den Urmenschen.

Zeugnisse menschlicher Siedlungen

Weit vor der Erbauung des römischen Aquäduktes von Nîmes siedelten am späteren Standort des Pont du Gard bereits frühe Menschen. Die ersten Zeugnisse dieser menschlichen Siedlungen wurden bereits im 19. Jahrhundert durch die unermüdlichen Anstrengungen von Historikern und Amateurarchäologen entdeckt.

Die Höhlen und weitere wichtige archäologische Stätten

Zahlreiche Ausgrabungen im Laufe des letzten Jahrhunderts haben zur Entdeckung mehrerer Höhlen in der Umgebung des römischen Aquäduktes geführt.

  • Die Balauzière-Höhle (1958 unter Denkmalschutz gestellt) liegt oberhalb des Gardon und wurde in den 1930er und 1950er Jahren erforscht. Hier finden sich Zeugnisse menschlicher Nutzung aus dem Mittelpaläolithikum (etwa 80000 bis 50000 v. Chr.), darunter auch Überreste fossiler Fauna und Feuersteine.
  • Die Sartanette-Höhle ist ein gewaltiger Raum mit zwei Eingängen. Zwei Gänge treffen im Salle des Morts (dem „Raum der Toten“) zusammen. Im Mittelalter wurde die Höhle ebenfalls genutzt. Hier wurde unter anderem eine versteinerte Pflanze aus dem Paläolithikum entdeckt (ca. 700000 bis 600000 v. Chr.), die in archäologischen Studien über Südfrankreich als Bezugspunkt gilt. Auch neolithische Funde wurden hier gemacht, die aus der Zeit stammen, als die Menschen sich vor etwa 7000 Jahren in der Region niederließen und das Land zu bewirtschaften begannen.
  • Nahe des Zentrums der Stätte liegt die Salpêtrière-Höhle, die 1931 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Zwar ist sie weniger berühmt als ihr glanzvoller Nachbar, war jedoch namensgebend für eine Kultur des Jungpaläolithikums: La Salpêtrière (von 19000 bis 13000 v. Chr.). Die Höhle ist eine zentrale Stätte des prähistorischen Frankreichs und als solche seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Es wurden mehr als 6 Meter übereinanderliegender Lebensräume entdeckt, was 20000 Jahre menschlicher Geschichte (von 30000 bis 10000 v. Chr.) repräsentiert.

Eine der ersten Tiergravuren auf Knochen Frankreichs wurde hier entdeckt. Dieser Fund ist heute im Naturgeschichtemuseum in Nîmes ausgestellt.

Unsere Jäger- und Sammler-Vorfahren aus der Salpêtrière errichteten hier, unter dem schützenden Felsvorsprung der Höhle, ihre Hütten und Lager. Sie jagten mit Waffen wie Harpunen und Speeren aus Knochen oder bearbeiteten Feuersteinen (für Pfeilspitzen) und schmückten ihre Körper mit Ketten aus Muscheln, die sie am Strand gesammelt hatten.

Sie finden die große Öffnung am rechten Flussufer an der Promenade, nicht weit vom Pont du Gard entfernt.

  • Die Taï-Höhle

Hinweise auf diese im kleinen Sartanette-Tal gelegene Höhle finden sich in Büchern ab dem 19. Jahrhundert. Sie wurde in Ausgrabungen in den 1960er und 70er Jahren erforscht. Ein Forscherteam des CNRS kehrte 2001 für Untersuchungen zurück und entdeckte, dass die Höhle während des Neolithikums zu verschiedenen Zeiten genutzt worden war. Eine stratigrafische Untersuchung der Höhle ergab zwei große Nutzungszeiträume im Neolithikum: die frühe Jungsteinzeit (vor etwa 5000 Jahren), als der erste Ackerbau in Südfrankreich betrieben wurde, und die späte Jungsteinzeit (vor etwa 3000 Jahren), als die Bauernhöfe zu Dörfern zusammenwuchsen und Megalith-Konstruktionen (Dolmen) errichten wurden.