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Ein Meisterwerk der Antike

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Ein Meisterwerk der Antike

Der Pont du Gard ist ein architektonisches Meisterwerk der Antike und eins der schönsten römischen Bauwerke der Region. Erfahren Sie mehr über das Monument, während Sie seiner Geschichte folgen.

Der Aquädukt Pont du Gard, ein antikes Werk von besonderem Format

Der Pont du Gard ist ein römisches Monument, das Mitte des 1. Jahrhunderts errichtet wurde. Er ist das wichtigste Bauwerk des 50 km langen Aquäduktes, das die Stadt Nîmes, früher Nemausus, mit Wasser versorgte. Die Brücke ist mit drei Ebenen insgesamt 50 m hoch und führt das Wasser über den Gardon.

Die Brücke wurde im Wesentlichen aus Blöcken gelben Kalksteins erbaut, die aus einem nahen Steinbruch stammen, der an den Fluss grenzt. Die oberste Ebene ist vermörtelt und trägt die durch Kalziumablagerungen belasteten Deckenplatten.

An ihrem längsten Punkt misst die dreistöckige Brücke 360 m. Mit der Umsetzung des Entwurfs schufen die römischen Architekten und Hydraulikingenieure ein technisches Meisterwerk, das als Kunstwerk bis heute Bestand hat.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass ein imposantes Ausmaß an Steinen für die Konstruktion benötigt wurde. Der Bau verschlang über 21000 m³ Stein, die es auf ein Gesamtgewicht von 50400 Tonnen bringen!

Pont du GardLe Pont du Gard, vue aérienne (Anna Preiss)

Die römische Stadt Nîmes

Ab 100 v. Chr. dehnte Nîmes sich immer weiter aus. Dank der großzügigen finanziellen Zuwendungen von Imperator Augustus wurden ein Schutzwall und mehrere repräsentative Monumente errichtet. Ein dem gallischen Gott Nemausus gewidmetes Heiligtum aus der Entstehungszeit der Stadt wurde von seiner ursprünglichen Stätte (an der Quelle La Fontaine) zu einem sehr viel größeren Ort imperialer Ehrerbietung erweitert.

Mit dem Wachstum der Bevölkerung wuchs auch der Wasserbedarf der Stadt. Das Quellwasser und die von Menschenhand errichteten Brunnen konnten die Stadt nicht länger ausreichend versorgen. So wurde im imperialen Nîmes der Entschluss gefasst, ein Aquädukt zu bauen, um die ausreichende Wasserversorgung sicherzustellen. Dieser Bau verlieh der Stadt ein neues, repräsentatives Ansehen. Nîmes konnte sich fortan den Luxus von Springbrunnen, Spas, fließendem Wasser für die reiche Bevölkerung und sauberen Straßen leisten, was einen großen Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden und höheren Lebensstandard der Bevölkerung leistete.

Ein unglaubliches römisches Aquädukt von 50 km Länge

L'intérieur de la canalisation (Yann de Fareins)

Im 1. Jahrhundert n. Chr. – unter der Herrschaft von Claudius oder Nero – wurde eine gewaltige Arbeitsmannschaft zusammengestellt. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, das überschüssige Grundwasser zu finden, zu kanalisieren und nach Nîmes zu leiten. Die Wahl fiel auf die Eure-Quelle bei Uzès, weil sich dort ein Duzend Ströme vereinigten, die allesamt eine ausgezeichnete Quelle frischen, sauberen Wassers boten.

Anschließend wurde der Wasserverlauf unter Berücksichtigung der Schwerkraft bestimmt: Das Wasser musste von selbst auf natürliche Weise von A nach B fließen. Die kürzeste Strecke von Uzès nach Nîmes (20 km Vogelfluglinie) führte direkt durch die 200 m hohe Garigue von Nîmes. Die römischen Ingenieure lösten dieses Problem über einen 50 km langen Umweg um die Hügel herum.

Die Arbeit im Steinbruch

Die für den Pont du Gard verwendeten Baustoffe stammen aus dem Estel-Steinbruch, der sich etwa 600 m vom Bau entfernt am linken Ufer des Gardon befindet. Der dort abgebaute Stein ist ein weicher, grober, gelber Kalkstein, den man heute als „Pierre de Vers“ bezeichnet.

Die Kalksteinquader wurden mit Spitzhacken (Escoude) und Metallwinkeln abgebaut. Insgesamt wurden etwa 120000 m³ Stein abgebaut, nicht nur für den Pont du Gard selbst, sondern auch für die Konstruktion der verschiedenen Brücken und Dükerbauten des Aquäduktes am rechten Ufer flussabwärts.

Ein weiterer Vorteil der Lage des Steinbruchs am Ufer des Gardon bestand darin, Steine per Boot zur Baustelle am rechten Flussufer transportieren zu können.

Carrière de l'Estel, rive gauche (Stéphane Barbier)